Nicht als Tiger springen ...
Geschrieben von: Christian Hermes
05.09.2010 - 23. Sonntag im Jahreskreis C
Dem heutigen Evangelium mit den beiden einleuchtenden Beispielen entnehmen wir zunächst einen guten und immer wieder gern missachteten Tip: Sich bei jedwelchem Vorhaben erst einmal hinzusetzen und gut zu überlegen, ob die eigenen Mittel, Möglichkeiten und Fähigkeiten überhaupt dafür ausreichen. Wer einen Turm bauen will oder auch nur ein Haus, wer ein Auto kaufen, einen Berg besteigen, eine Reise machen, einen Bahnhof umbauen will, der tut gut daran, sich hinzusetzen und zu überlegen, ob das zu schaffen ist: nicht nur finanziell, auch kräftemäßig, politisch, gesellschaftlich und überhaupt.
Erfüllung unseres Glaubens
Geschrieben von: Christian Hermes
15.08.2010 - Mariä Aufnahme in den Himmel (Texte: Messe zum Vorabend)
Ich hatte schon sehr oft das Fest Mariä Himmelfahrt gefeiert, bis ich gemerkt habe, dass es in der Bibel gar nicht vorkommt. Schade, dieses schöne, blumige, urkatholische Fest. Eine gewisse evangelische Nüchternheit mahnte mich, nur glauben zu sollen, was auch geschrieben steht. Gut katholisch habe ich das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel, wie es richtig heißt, sicherheitshalber jedoch weitergefeiert, bis sich mir ein neuer Zugang eröffnen würde - ein Verfahren, das ich übrigens bei allen Glaubenszweifeln nur empfehlen kann.
Gott in jedem Augenblick
Geschrieben von: Christian Hermes
08.08.2010 - 19. Sonntag im Jahreskreis C
Fürchte dich nicht, du kleine Herde, beginnt das heutige Evangelium, aber dann kommt es doch knüppelhart: Jesus ermahnt seine Jünger, ja nicht nachzulassen, um Himmels willen wach zu bleiben, bereit zu sein, durchzuhalten, auszuhalten. Ein schrecklichstes Ende wird denen angedroht, die nicht mehr mit der Rückkehr des Herrn rechnen, sein Hab und Gut verschleudern und sein Personal schlecht behandeln. Da soll man sich nicht fürchten? Warum diese Durchhalteparolen? Mit Gott zu rechnen, jeden Tag, jede Nacht, jede Stunde und jede Minute: das scheint Jesus so ungeheuer wichtig zu sein, dass er zu solch drastischen Vergleichen greift.
Jesus mit "Migrationshintergrund"
Geschrieben von: Christian Hermes
01.08.2010 - Predigt im Gottesdienst zum 17. Internationalen Fest der Caritas in StuttgartZum 17. Mal feiern wir als Caritasverband der katholischen Kirche in Stuttgart das „Internationale Fest der Caritas". Wir laden dazu ein, „grenzenlos Spass" zu haben mit vielen Angeboten für Kinder und Erwachsene, grenzenlos Musik zu erleben mit vielen tollen Konzerten; wir laden ein, in der Vielfalt der Kulturen gemeinsam zu feiern. Das gute Miteinander der Menschen und Kulturen in Stuttgart liegt uns am Herzen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Nationalität. Wir wollen zu wertschätzenden und offenen Begegnungen der in der Region lebenden Kulturen beitragen und zu einer Kultur, die nicht Grenzen aufrichtet und Gräben vertieft, sondern die "grenzenlos verbindend" Brücken baut und Gemeinschaft fördert.
Hören und danach handeln
Geschrieben von: Christian Hermes
Ansprache im Festgottesdienst zum 30jährigen Jubiläum des Hauses Clemens von Galen
18. Juli 2010 (Lk 6,47-49)
Liebe Schwestern und Brüder, liebe Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses Clemens von Galen, liebe Familien des Kindergästehauses und der Kindertagesstätte, liebe Festgäste!
Wir haben eines der ganz bekannten Gleichnisse Jesu gehört, das Gleichnis vom Haus auf dem Felsen und vom Haus, das auf schlechten Grund, auf Sand, gebaut ist. Jesus versucht damit deutlich zu machen, was der Unterschied ist zwischen einem Menschen, der vielleicht hört, was das Evangelium sagt, hört, was Gott sagt, hört und weiß, was richtig wäre, aber der sich nachher ganz anders verhält. Und dem Menschen, der das, was er hört, auch in der Tat umsetzt und wirklich und glaubwürdig danach handelt. Was dieses Wort, dass wir hören sollen?
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